Stamers Frauen

- keine -

Samstags in DIE WELT

Musikverlegerin Dagmar Sikorski sah sich mal als Hoteldirektorin auf den Malediven. Doch dann kam alles anders. Sie handelt mit Noten und fragt sich, wie wir eine musikfreie Woche überstehen würden.
25.06.2016

„Wir machen einen Fehler“, stellt Dagmar Sikorski fest. Und mit wir meint sie in diesem Fall alle, die mit klassischer Musik handeln. „Wir zwingen die Leute, still zu sitzen, nicht miteinander zu reden, auch nicht, wenn sie etwas nicht verstehen. Dann drehen wir noch das Licht aus und geben ihnen nichts zu essen.“ Darstellende Kunst habe es viel leichter als die Musik. Auf einer Vernissage könne man sich unterhalten, bekomme etwas zu trinken und die Bilder brauche man eigentlich gar nicht anzuschauen.

Diakonin Maike Puchert entert Containerschiffe, um Seeleute im Hamburger Hafen zu unterstützen. Seelsorge im digitalen Zeitalter fängt mit der SIM-Karte an, meint sie.
11.06.2016

Bevor sie an Bord eines Schiffes geht, packt Maike Puchert ihre Umhängetasche: Ladegeräte, Internet- und Telefonkarten, Zeitungen in verschiedenen Sprachen, Stadtpläne, Flyer und Sticker der Seemannsmission und Bonbontüten eines Sponsors. Obwohl es heute warm ist, trägt sie Sicherheitsschuhe und eine neongelbe wetterfeste Jacke. Ihr Ankerplatz, sprich: ihr Büro, befindet sich in Waltershof im Duckdalben, dem Clubhaus der Seemannsmission.

Als Anwältin für Presse- und Medienrecht versucht Patricia Cronemeyer zwei Grundrechte, die auch im Fall Böhmermann gegeneinander stehen, zum Ausgleich zu bringen. Sie vertritt Prominente und unbekannte Bürger, die sich durch Medien bloßgestellt fühlen.
28.05.2016

Als Anwältin für Presse- und Medienrecht versucht Patricia Cronemeyer zwei Grundrechte, die auch im Fall Böhmermann gegeneinander stehen, zum Ausgleich zu bringen. Sie vertritt Prominente und unbekannte Bürger, die sich durch Medien bloßgestellt fühlen.

Seit siebzehn Jahren im Aufsichtsrat, Professorin ohne Studium – Manuela Rousseau hat die allerbesten Ratschläge für den Weg nach oben. Macht ist für sie eine gestalterische Kraft.
21.05.2016

Bei Manuela Rousseau klingelt das Telefon. Am anderen Ende der Leitung ist der Aufsichtsratsvorsitzende der Beiersdorf AG. Ob sie Interesse habe, im Aufsichtsrat mitzuwirken, fragt er. Ihr Herz schlägt höher, ihre Gedanken fangen an zu rasen: Wie kommt er denn auf mich? Bin ich überhaupt qualifiziert? Kann ich das mit meiner Familie vereinbaren? Oh Schreck, was sagt mein Chef dazu? „Hallo, Frau Rousseau“, sagt die Stimme am anderen Ende, „sind Sie noch da?“

Sie schwärmt für die Vernetzung im Cyberspace ebenso wie für kostbare Originale: Gabriele Beger, Direktorin der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek
07.05.2016

Liest sie ihre Zeitung morgens lieber auf Papier oder auf dem iPad? Das ist ihr ganz egal. Vor ein paar Jahren hat sie noch gesagt, ein Buch zu lesen ohne umzublättern, das sei kein Vergnügen. Heute sieht sie das ganz pragmatisch: „Viele Bücher sind ja so wahnsinnig schwer. Wir müssen jetzt nicht mehr so große Handtaschen haben. Ein iPad passt in jede Tasche.“ Gabriele Beger ist begeistert von den Möglichkeiten, die digitale Technologien schaffen.

Andrea Zietzschmann schwärmt für moderne Klänge. Sie leitet den Bereich Orchester, Chor und Konzerte im NDR. Ihre Mammut-Aufgabe in diesem Jahr: Der Umzug des Symphonieorchesters in die Elbphilharmonie.
23.04.2016

Sonntag Morgen in der Laeiszhalle. Die Musiker des NDR Sinfonieorchesters treten heute mit Koffern an, denn im Anschluss an das Konzert geht es gleich auf Tourneereise nach Polen. „Eigentlich“, erklärt mir Andrea Zietzschmann, „waren unsere Termine schon straff geplant. Aber dann hat uns die deutsche Botschaft in Warschau sehr eindringlich klar gemacht, dass ein Empfang beim Staatspräsidenten angesichts der aktuell schwierigen politischen Beziehungen ein wichtiges Signal setzen würde.“ Die Musik als diplomatisches Mittel? Ja, das hat sie schon häufiger erlebt.

Die Schriftstellerin Petra Oelker brütet gerade über dem Schluss ihres neuen historischen Romans. Ihr Krimi-Debut gab sie erst mit 50, trotzdem brachte sie es inzwischen auf gut zwei Dutzend Bücher, darunter viele Bestseller.
09.04.2016

Petra Oelker ist gerade im Endspurt, als wir uns das erste Mal treffen. Sie schreibt an den letzten Kapiteln für ihren neuen Roman „Emmas Reise“, der im kommenden Herbst erscheinen wird, und sie ist im Verzug. Eigentlich hätte sie schon abgeben müssen. Das mache sie etwas nervös, zumal sie eigentlich gar nicht schreiben könne, gesteht sie mir gleich zur Begrüßung. Ach, das kann ja interessant werden: eine Schriftstellerin, die nicht schreiben kann!

Ebola, Zika, Lassa-Virus... Die Infektionsforscherin Marylyn Addo sucht nach Impfstoffen und Medikamenten gegen Viren, die die Welt alarmieren.
26.03.2016

Als wir uns in ihrem Labor im Heinrich-Pette-Institut auf dem UKE-Gelände treffen, gibt es gerade ein aktuelles Problem. Lassafieber in Deutschland. Vor einigen Wochen war in Köln ein Patient daran gestorben, dessen Bestatter ist ebenfalls erkrankt. Und nun scheint sich noch jemand mit dem Tropenvirus infiziert zu haben. Sollte sich das bewahrheiten, wird Dr. Marylyn Addo ihn behandeln.

Die amerikanische Generalkonsulin Nancy Corbett hat schon viel von der Welt gesehen: Peking, Tokio, Minsk, Bagdad... Fünf Präsidenten hat sie gedient. Was, wenn der nächste Präsident Donald Trump heißt?
12.03.2016

Ihre ersten tieferen Einblicke in deutsche Gewohnheiten bekam Nancy Corbett nicht in Hamburg, sondern am Fuß des Hindukusch. Drei Jahre lang war sie in Afghanistan, zunächst in Kabul und dann als Gast der Bundeswehr im Camp Marmal, wo sie mit ihrem Mann, ebenfalls amerikanischer Diplomat, in einem kleinen Container wohnte. Täglich aß sie in der deutschen Cafeteria und ging zum Sport ins Fitness-Studio der Bundeswehrsoldaten.

Die Chefredakteurin von Hinz & Kunzt, Birgit Müller, erhielt unlängst das Bundesverdienstkreuz. Es kam gerade richtig, denn der desolate Zustand der Obdachlosen in Hamburg hätte sie fast zum Aufgeben getrieben.
27.02.2016

Großes Gedränge herrscht in den Redaktionsräumen des Straßenmagazins Hinz & Kunzt in der Altstädter Twiete. Verkäufer, Mitarbeiter und Presseleute füllen den großen Eingangsraum mit der Kaffeetheke und dem Verkaufstresen, Fernseh- und Fotokameras fokussieren eine freundlich und zurückhaltend lächelnde Frau in schwarzem Kleid mit weißen Punkten, rotem Strickschal und Stiefeletten. Birgit Müller steht heute im Mittelpunkt – und das ist ihr gar nicht recht.

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Sabines Sicht

Piper Taschenbuch Verlag, 14,99 €
Ein ganz persönlicher Blick auf die Bühne der Weltpolitik – nicht nur für Washington-Reisende.

Washington gibt sich staatstragend und rebellisch, historisch und zukunftsweisend, ehrwürdig und cool: Wir schauen als Insider hinter die Kulissen und erzählen vom Lebensgefühl in der entspannten, unterschätzten Hauptstadt.

Sabines Sicht

"Mein Deutschland – Dein Deutschland" als Taschenbuch für 8,99 €

Es gibt viele gute Seiten an Deutschland, die wir im Ausland vermisst haben, und so kamen wir zurück mit der Absicht, Deutschland zu lieben, mussten aber häufig feststellen: Deutschland will gar nicht geliebt werden.